Der Begriff der Grundbildung aus Sicht der KiLAG

Unter Grundbildung versteht man die erlernten Fähig- und Fertigkeiten, damit Menschen eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird. Aufgrund verschiedener Auffassungen von Teilhabe, wird der Begriff enger und weiter gefasst. Die engste Definition beschränkt sich auf das Erlernen von Lese- und Schreibkompetenzen, um zum Beispiel am Arbeitsplatz Vorschriften lesen und Arbeitsabläufe dokumentieren zu können. In der heutigen digitalen Welt schließt dies jedoch schon den Umgang mit dem PC ein. Diese Definition, die eng verbunden mit Alphabetisierung ist, muss erweitert werden um die oben erwähnten Grundfähigkeiten im IT-Bereich, aber auch um die Rechenfähigkeit. Die Kultusministerkonferenz vom 08.12.2011 zählt des Weiteren noch die Gesundheitsbildung, Finanzielle Grundbildung, Soziale Grundkompetenzen dazu. Lars Kilian erweitert den Begriff zusätzlich noch um die Food Literacy, die Fähigkeit, den Ernährungsalltag selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll zu gestalten.


Für die Kirchliche Erwachsenenbildung ist aber auch dieser Begriff von Grundbildung noch zu eng gefasst. In der heutigen, pluralistischen, multikulturellen und –religiösen Gesellschaft muss der Bürger auch hierzu ein grundlegendes Wissen erhalten. Für die KiLAG ist eine Erweiterung des Begriffes der Grundbildung in politische, gesellschaftliche und religiöse Grundbildung wichtig. Diese muss die Menschen befähigen, als eigenständige, meinungsbildende und denkende Personen im Alltag zu bestehen. Normen und Werte einer Gesellschaft, die politische Struktur aber auch das Wissen um Religionen gehören unter anderem dazu.


Den Mitgliederverbänden der KiLAG ist es deswegen wichtig, neben Alphabetisierungskursen ebenfalls Fortbildungen im gesellschaftspolitischen, interreligiösen, interkulturellen Bereich in ihren Programmen anzubieten.