AWBB - Ein Projekt der KiLAG 2014/2016

Den offizieller Abschlussbericht des Projektes finden Sie hier.

 

Gesellschaftlichen Voraussetzungen (längere Lebensarbeitszeit, kulturelle Vielfalt, steigende Informationsflut, demographischer Wandel) und Studien wie PISA, PIAAC u.a. sind Herausforderungen für unsere Bildungsangebote und Gestaltung von Maßnahmen.

Im Rahmen des Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung ist das KiLAG-Projekt »Entwicklung stärken – Partizipation ermöglichen: aufsuchende Weiterbildungsberatung« ein weiterer Baustein, um mit »Bildungsungewohnten« ins Gespräch zu kommen, Menschen, die aus welchen Gründen auch immer bildungsfern oder -entwöhnt sind.
Schon das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung (LNWB), das zurzeit unter Federführung des VHS-Verbandes entwickelt wird und 2015 gestartet ist, hat als Grundintention, Menschen, die bisher ihren Weg in die (institutionalisierte) Bildung nicht gefunden haben, interessensensibel Wege zu zeigen, wie sich ihre Fähigkeiten weiter entwickeln können und wo sie dafür geeignete Angebote finden.
Studien wie Leo, PIAAC oder nun auch CiLL zeigen, dass ein enormer gesellschaftlicher Bedarf an Bildung besteht. Hinzu kommen sich verändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie die demographische Entwicklung, die wachsende (kulturelle) Pluralität unserer Gesellschaft, die Vielfalt medialer Angebote mit sehr unterschiedlichem Informations- bzw. Wahrheitsgehalt usw., die es notwendig machen, dass Menschen ihre Kompetenzen stärken, um gesellschaftlich partizipationsfähig zu bleiben oder gar erst zu werden. Deutlich wird an all den Studien auch, dass 25 % der Bevölkerung von Bildungsangeboten bisher weitgehend ausgeschlossen sind, weil ihnen die Lernkompetenzen fehlen und insgesamt mehr als 40 % sich von Bildung fern halten, weil sie Angst haben, im Bildungsprozess zu scheitern.
Die KiLAG hat hier aufgrund ihres Menschenbildes und ihrer Leitsätze besondere Aufgaben. Die Suche nach Bildungsformaten, die auch bildungsungewohnten Menschen gerecht werden, nach Bildungsorten, die auf Menschen nicht abschreckend wirken, weil sie an Schule erinnern, treibt die Mitgliedsorganisationen der KiLAG seit Langem um. Mit dem Projekt „Aufsuchende Weiterbildungsberatung“ haben wir nun die Möglichkeit, diese Suche strukturiert, wissenschaftlich begleitet, nachweislich und übertragbar zu verstärken und zu einem Ergebnis zu bringen. Der Ansatz ist so niederschwellig wie nur möglich. Aufsuchen soll nicht zur Heimsuchung werden, im Gegenteil: Ziel ist, dass möglichst viele Menschen (wieder) Lust auf Bildung bekommen, dass sie merken, dass ihnen Bildung gut tut und sie  persönlich, beruflich oder gesellschaftlich weiter bringt.
Wir gehen also an Orte, die nicht unmittelbar mit Bildung in Zusammenhang  gebracht werden: Das reicht vom Flohmarkt bis zum Cafe, von der Wirtschaft bis um (Jugend-) Treff. Das ist zeit- und personalintensiv. Die Versuche können scheitern, aber noch das Scheitern lässt sich daraufhin untersuchen, was zum Gelingen notwendig gewesen wäre. So soll am Ende ein Modell stehen: Was brauchen Menschen, die in der aufsuchenden Weiterbildungsberatung tätig werden wollen über eine qualifizierte Beratungsausbildung hinaus? Welche Zusatzqualifikation ist notwendig? Wie sind die notwendigen Brückenpersonen erreichbar? Welche Orte eignen sich für Ansprache, welche für Beratungssituationen besonders? Wo gibt es eher Schwierigkeiten?
Aufgrund der bisherigen Versuche gibt es bereits einige Ansätze, die in das Projekt einfließen. Sie finden sich in den drei Teilprojekten wieder:

Einen Überblick über die einzelnen Projekte finden Sie hier.

Abschlussbericht des Projektes mit Kurzfassung der wissenschaftlichen Studie.

FERDA - Internationale Elternschule in Reutlingen

Ein Projekt, das vor allem der interkulturellen Arbeit verpflichtet und aus dieser gewachsen ist. Hier ist ein zentraler Ort das Cafe, in dem sich vor allem Frauen verschiedenster kultureller Herkunft treffen. Ehrenamtliche und Hauptamtliche arbeiten hier zusammen. Hier stellt sich die Frage, wie etwa Männer mit Migrationshintergrund ansprechbar sind. Eine ausführliche Präsentation über das Projekt finden Sie hier.

forum b - Entwicklung neuer Formate zur Umsetzung aufsuchender  Weiterbildungsberatung in Waldshut

Am Anfang steht der Computer. Irgendwie braucht ihn heute fast jeder Mensch, egal wie bildungsfern oder alt er ist. Es gibt keine Kurse in Tabellenkalkulation etc. Es geht an den Orten, wo Menschen sind, um die Basics der PC-Bedienung. Und nun sollen diese Orte als Beratungsorte in den Blick kommen.
Weitere Informationen im Jahresbericht 2014

bobbimobil - mobile Beratung als Hingucker und Initiator von Bildungsinteressen

Ob Bus oder Wohnmobil – es geht darum an Orte zu kommen, wo Menschen schon  sind: Wochen- oder Flohmärkte, Einkaufszentren, Hochhaussiedlungen, Wirtschaften usw. Es werden Angebote jenseits der Bildung gemacht und die Mitwirkenden suchen das Gespräch. Erst später folgt dann die Beratung. Das KiLAG-Projekt  Entwicklung stärken - Partizipation ermöglichen. Aufsuchende Weiterbildungsberatung“ wird wissenschaftlich begleitet. Am Ende soll ein für andere Einrichtungen übertragbares Modell stehen. Zudem wird ein  Ausbildungsmodul entwickelt für Berater und Beraterinnen, um den speziellen  Herausforderungen einer aufsuchenden Weiterbildungsberatung begegnen zu können.
Weitere Informationen im Jahresbericht 2015
Dorothee Kluth, Michael Krämer